Meine Story

Veso joyful

Ich bin am Rande von Sofia aufgewachsen. In der Nähe von unserer Wohnung war das Stadion der Fußballmannschaft von Slavia Sofia. Mein Opa, der wegen seiner Teilnahme an der Partisanen-bewegung mehrfach im Knast saß, wollte gerne, dass ich Akkordeon spielen lernte. Ich wollte aber lieber Fußball spielen. Meine Eltern hörten auf mich und ließen mich Fußball spielen. So spielte ich 8 Jahre lang in der Jugendauswahl von Slavia. Ich spielte Libero, also die klassische Nummer 5, und meine Aufgabe war es, auf den Stürmer, also die Nummer 9, aufzupassen, so dass er keine Tore schieß. Irgendwann kannte ich alle Stürmer der anderen Mannschaften, da ich 90 Minuten mit ihnen zusammen verbringen musste und entschuldigte mich oft bei ihnen, wenn ich grätschen musste, um sie vom Tor abzuhalten.

Als ich vor Entscheidung stand, eine Sportschule zu besuchen und Profi zu werden, habe ich diesen Weg verlassen. Ich konnte die ganzen Nächte vor den wichtigen Spielen nicht einschlafen, da der Druck für mich zu hoch war. Deswegen entschied ich mich, das deutsche Gymnasium der Stadt Sofia zu besuchen. In Sofia gab es noch ein französisches, ein englisches und ein spanisches Gymnasium, aber ich entschied mich für das deutsche, da meine Schwester bereits dieses Gymnasium besuchte. Meine Schwester ist 5 Jahre älter als ich und sehr klug. Bereits in der Grundschule machte ich folgende Erfahrung: „Sie heißen Portarsky. Haben Sie nicht zufällig eine Schwester?“, fragten mich die Lehrer oft und gaben mir gute Noten, ohne dass ich mich zu sehr anstrengen musste.

Die Wende kam nach Bulgarien und damit wurde mein Wunsch wach, andere Länder und Sitten kennenzulernen. Da ich Deutsch konnte, bewarb ich mich in der Schweiz, Österreich und Deutschland an fast allen Universitäten. In Berlin und in Münster wurde ich für ein BWL-Studium zugelassen. Da ich die Worte von Dostojewksi bereits kannte, dass es nichts Trostloseres auf der Welt gäbe, als in einer deutschen Provinzstadt zu leben, entschied ich mich für Berlin.

Ich brauchte 4 Jahre, um auf den Geschmack der deutschen Hauptstadt zu kommen. Ich jobbte nebenbei und sammelte wertvolle Erfahrungen, u.a. als Bauarbeiter, Umzugshelfer, Kellner, Tellerwäscher. für Spanferkel und Aushilfe an einer Tankstelle in Wedding. Ich arbeitete zudem noch als Weihnachtsmann und war Sanitäter im Nervenklinikum Spandau, in dem ich in der geschlossenen Abteilung auf einen interessanten Menschen aufpassen musste.

Da ich am Ende meines Studiums in eine Holländerin verliebt war, bewarb ich mich um ein Stipendium und ging für 9 Monate nach Amsterdam. Da die Holländerin aber einen Holländer vorzog und das Gras, das ich rauchte, mir nicht half, den Liebesschmerz zu besänftigen, kehrte ich nach Berlin zurück und bewarb mich um einen Job. Nach 88 Bewerbungen hat mir der Burda-Verlag einen Platz in seinem Management Trainee-Programm gegeben. So musste ich zuerst für 8 Wochen nach Offenburg, die ich als sehr langweilig empfand. Anschließend wurde ich nach Moskau versetzt. In Moskau fing ich mit dem Schreiben an. Die Stadt faszinierte mich durch ihr Tempo und durch die Schönheit ihrer Mädchen. Die Arbeit beim Burda-Verlag war voll von Intrigen und ähnelte einem Action Thriller, in dem ich die Hauptrolle spielte.

„Du erlebst so viel Verrücktes! Warum schreibst Du nicht darüber?“, fragte mich am Telefon ein guter Freund aus der deutschen Schule und dann ging es los. Innerhalb von wenigen Wochen hatte ich bereits einen 220 Seiten langen Roman mit Frauengeschichten geschrieben. Ein Buch, das ich „Die Leichtsinnigkeit und die 10 Frauen“ nannte.

Als ich das schrieb, dachte ich, das wäre der absolute Bestseller. Ich stellte mir meine Zukunft als Autor vor und überlegte für jeweils 6 Monate nach Marrakesch und Barcelona zu ziehen, um weitere Bücher zu verfassen.

„Poesie der Pläne, Prosa der Verwirklichung“, hat einmal Anton Chechov gesagt, und bald musste ich von der Richtigkeit seiner Worte überzeugt werden. Die Verlage schickten mir, wenn überhaupt, Standardabsagen. Der Burda-Verlag trennte sich von mir. So musste ich ohne Job und den erhofften Ruhm nach Berlin zurückkehren.

Damals wollte ich nicht zurück nach Bulgarien, da ich dort Militärdienst machen musste. 1,5 Jahre eine Uniform zu tragen, war nicht unbedingt wünschenswert. Berlin empfang mich mit offenen Armen.

Ich fand schnell eine bayerische Freundin und wir zogen zusammen. Bei einem Literaturwettbewerb wurde ich ausgezeichnet und durfte mit Herta Müller an meinem Frauenbuch arbeiten. Zuerst empfand ich es als Segen, aber als die später mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Schriftstellerin mich richtig verbal auspeitschte, habe mit dem Schreiben für ein paar Jahre aufgehört.

Man sagt, wenn Du im Leben einen Traum nicht realisiert hat, kommst du irgendwann darauf zurück. So kam ich mit dem Fußball wieder in Berührung. Ein Freund hat mich bei der FIFA-Agentur empfohlen. So durfte ich für die Fußball-WM in Deutschland die VIP Tickets in Russland und in den anderen osteuropäischen Ländern verkaufen. Ich jettete durch die Länder, übernachtete in 5*-Hotels, lernte skurrile Kreaturen kennen und durfte darüber hinaus umsonst alle Fußballspiele der WM genießen. Ich erholte mich von Herta und fing wieder mit dem Schreiben an. Zuerst verfasste ich kleine Gedichte auf Englisch. Da ich so viel allein unterwegs war, wollte ich den Geist eines Orts mit wenigen Zeilen einfangen. Dann notierte ich mir die verrückten Geschichten, die mir passierten. So kam mein erstes Buch „Der größte Orgasmus auf dem Balkan“ heraus.

Kurzgeschichten aus meinem Blog http://vesoportarsky.blogspot.de/ wurden bei Spiegel Online, in zwei Diogenes-Anthologien, „Diesmal schenken wir uns nichts “ und „Freue Dich“, und im ZITTY Magazin veröffentlicht.

Ich durfte im Rahmen eines internationalen Theaterfestivals „ODYSSEE EUROPA“ am Tag Bulgariens in Bremerhaven auftreten: https://www.stadttheaterbremerhaven.de/schauspiel/odyssee-europa/bulgarien-willkommen-in-bulgarien/rahmenprogramm-bulgarien/

Im August 2017 veröffentlichte ich mein zweites Buch „Der Wein, der nicht getrunken werden durfte“. Details: https://www.amazon.de/dp/1521943907

Im letzten Herbst war die Zeit für mein drittes Buch „Prominenz“ gekommen: https://www.lovelybooks.de/autor/Veso-Portarsky/Prominenz-2321526696-w/

Das Leben hat meine Model-Karriere im fortgeschrittenen Alter gefördert. Zuerst bei Lufthansa Business Class https://studio.youtube.com/video/Bq–njHBnuA/edit/basic und danach bei GLS Bank: https://www.wir-essen-gesund.de/erste-nachhaltige-bank/